k.A.

Vorwort Prim. Univ. Prof. Dr. Maria Deutinger

Der Entschluss, die vorliegende Online-Broschüre zu erstellen, entsprang dem Gedanken, die Entwicklung unseres Faches und unserer Gesellschaft aufzuzeichnen und die Meilensteine des Fortschrittes zu dokumentieren.

Erfreulicherweise hat sich seit der Gründung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und rekonstruktive Chirurgie einiges getan: Wir sind quantitativ und qualitativ gewachsen und konnten mitverfolgen, wie sich unsere Disziplin auch fachlich erfolgreich weiterentwickelt hat.

Der Wunsch, krankheits- oder unfallbedingte Verstümmelungen oder angeborene Defekte zu korrigieren, ist so alt wie die Menschheit selbst. Versuche, in diese Richtung zu wirken, können bis in das 6. Jahrhundert vor Christus zurückverfolgt werden. Nie zuvor war jedoch die Verwirklichung dieses Wunsches für breite Schichten der Gesellschaft so greifbar wie heute.

Neue Operationstechniken und der Einsatz von High-Tech-Medizin machten bedeutende Fortschritte auf den Gebieten der Transplantation und Rekonstruktion möglich. Als Pars pro toto möchte ich hier das Tissue  Engineering nennen, das durch das Abdecken von großflächigen Hautdefekten nicht nur die Lebensrettung, beispielsweise von Brandopfern, ermöglicht, sondern diesen auch zu vorher ungeahnter Lebensqualität verhilft.

Auch im Bereich der ästhetischen Eingriffe haben sich Wissen, Technik und Kunstfertigkeit enorm gesteigert, weshalb unser Fach wie nie zuvor im Fokus der Öffentlichkeit steht. Eine der aktuellen Herausforderungen unserer Gesellschaft ist es daher, sich diesbezüglich standespolitisch zu positionieren und eine klare Abgrenzung gegenüber anderen Fachgruppen zu erreichen.

Natürlich sind die oben umrissenen Fortschritte untrennbar mit den Ärztinnen und Ärzten verbunden, die diese Techniken erfunden, zum ersten Mal erfolgreich angewendet oder zur Perfektion gebracht haben. Wir schätzen uns glücklich, dass einige von ihnen unserer Gesellschaft als Präsidentin oder Präsident vorgestanden sind und auf den kommenden Seiten für uns darlegen werden, wie sie die Ausübung unseres schönen Berufes erlebt, welche Änderungen aus ihrer Sicht das Fach geprägt haben und welche Zukunftsvisionen sie die Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie betreffend hegen.

Als Dokumentationsform für diese kurzen Essays haben wir auf die aufwendige und teure Produktion einer gedruckten Broschüre verzichtet und uns für ein Tool entschieden, das mühelos erweiterbar und auf diese Weise fähig ist, mit der Zeit Schritt zu halten. In diesem Sinn wäre es sehr schön, würden sich möglichst viele Präsidenten und Präsidentinnen entschließen, ihre Sicht auf unseren Berufsstand in vorliegender Online-Broschüre darzulegen.

 

Ihre
Univ. Prof. Dr. med. Maria Deutinger